Blutiges Bienensterben in Leopoldschlag

19. Februar 2017 | Von | Kategorie: Rezensionen

Honig

Rezension von ………………………….. Hermine Touschek

Im Rahmen der „Theatertage im Februar“ serviert die Grenzlandbühne Leopoldschlag heuer ein Musical: Blutiger Honig von Thomas Pigor, Christoph Swoboda und Wolfgang Böhmer unter der Regie von Raimund Stangl. Es wurde 1988 durch die Berliner Musicaltruppe College of Hearts uraufgeführt.

In einem abgewirtschafteten Bienenstaat, in dem die träge, alternde Königin nur noch ein hartes Ei am Tag legt, arbeiten Olaf, Otto und Oskar als Drohnen und Befruchter  – sehnsüchtig träumend von der guten alten Zeit. Doch dann werden die drei von der Königin aus dem Bienenstock geworfen: Sie sollen ihr Lebenselexir, das sagenhafte Gelée Royale besorgen, das auf rätselhafte Weise aus dem Bienenstock verschwunden ist. Doch Gelée Royale ist auf dem Schwarzmarkt nur schwer zu bekommen. Olaf erliegt dem bestechenden Charme der Wespe Zizi, einflussreiche Sachbearbeiterin in der Zentralen Bienenvermittlung. Mit ihr zusammen gerät er in der verruchten Bar “Zum Abwasserrohr” zwischen gefährliche Kellnerasseln, Piano spielende Marienkäfer, eine verliebte Eintagsfliege sowie ein singendes Zweikopfinsekt und entdeckt, dass dort das kostbare Gelée Royale in großen Mengen verhökert wird…

„Blutiger Honig“ will einfach nur gut unterhalten – und das gelingt auch. Es ist nicht wirklich ein Musical – auch kein Singspiel und keine musikalische Komödie – aber von allem etwas.
Raimund Stangl führt die Darstellerinnen und Darsteller mit Leichtigkeit durch das Stück. „Tierisch menschlich“ sehen wir das Insektenvolk agieren. Mit sichtlicher Freude werden auch die Gesangsstücke vorgetragen. Die musikalische Leitung übernahm professionell Günter Wagner. Wunderbar swingende Musik kommt live von Angelika Miesenberger (Kontrabass), Julian Manzenreiter (Schlagzeug), Florian Janko (Gitarre) und Günter Wagner (Klavier).
Florian Janko entführt das Publikum als Otto und Conferencier einladend in die Bar „Zum Abwasserrohr“, in der es Köstlichkeiten gibt, die an Prüfungen im Dschungelcamp erinnern. Ähnlichkeiten hierzu findet man auch darin, dass den Kellnerasseln ebenfalls kein Intellekt im Wege steht, wenn sie die Anordnungen des Syndikatsbosses ausführen. Mario Ruschak als Olaf mutiert gekonnt von der unerfahrenen Allerweltsdrohne zum machomäßigen Eintagfliegenbefruchter.  Violetta Griendl als Königin zeigt einmal mehr ihr schauspielerisch-komödiantisches Talent. Karin Schinagl beweist nicht nur Talent für die Kostümausstattung, sondern grantelt auch gekonnt amüsierend als Ameise ins Publikum. Das ganze Ensemble der Grenzlandbühne hat sichtlich tierischen Spaß daran, als Insekten über die Bühne zu krabbeln.

Noch zu sehen am:
23., 24., 25. Februar um 20 Uhr
26. Februar um 15 Uhr
2., 3., 4. März um 20 Uhr
http://www.grenzlandbuehne.at/index.php/amateur-und-jugendtheater/2017-blutiger-honig/

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