Eure Durchlaucht und der Heiratsmarkt

3. April 2017 | Von | Kategorie: Rezensionen

Neuzeug

Rezension von …………………………. Hermine Touschek

Am 18. März hatte die Theatergruppe Sierninghofen-Neuzeug mit „Blaues Blut – Adel verpflichtet“ Premiere. Der österr. Autor des Stücks, Fritz Schindlecker, reiste aus Langenlebarn an. Schindlecker schreibt seit Jahrzehnten fürs Kabarett (Resetarits, Steinhauer, Schmidinger uv.a.). Darüber hinaus ist er auch als Schriftsteller erfolgreich.

Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten versucht die plötzlich verwitwete Gräfin Assunta von Sandhorst (Sabine Hochrathner) ihren Sohn Wilderich (Michael Gruber) „gut“ zu verheiraten, um ihr Schloss halten zu können. Iris Weinbeißer (Raphaela Ratzenböck), Tochter des Generaldirektors Weinbeißer, würde sich dafür bestens eignen. Ist doch ihr Vater ein finanziell äußerst gut gestellter Fleisch- und Wurstwarenfabrikant. Wie es der Zufall will, sucht auch Otto Weinbeißer (Michael Bimingstorfer) für seine Tochter einen jungen Mann mit klingendem Namen. Doch leider haben die Gräfin und der Herrr Generaldirektor die Rechnung ohne ihre Kinder gemacht.

Regisseur Thomas Hochrathner darf in dieser Produktion wieder einmal das ausgezeichnete Technikteam (Adolf Hackl/Hannes Binder) der Theatergruppe ans Werk gehen lassen. Die Umbauten im Halbdunkel zu den Bühnenbildern, in denen die Szenen spielen, gehen flott und harmonisch im Ablauf des Stücks von Statten. Wir finden uns sogar als Publikum plötzlich mitten in den Cyberspace verfrachtet.

Das Theaterstück ist eine treffend schrullige Farce mit schrägen Figuren. Der Installationskünstler Sedlazcek (Michael Noska) trippelt als  Glööckler-Verschnitt über die Bühne und verkauft dem „Knackalweiberl“ (Julia Lichtenegger) vom Herrn Generaldirektor ein Kunstwerk für die „Hall“ der Villa. Dekadente Figuren tauchen auf, wie sie sich täglich vor die Fernsehkamera drängen. Der Butler Leopold (Josef Seirl) ist noch von Silvester  übriggeblieben – „Dinner for One“ seis gedankt . Gerade richtig dosiert skurril sind sie allesamt. Sabine Hochrathner ist eine kühl berechnende, aber liebenswerte Gräfin. Ihr aristokratisches Naserl kann dem Duft des Geldes nicht widerstehen, selbst wenn es nach Schwein riecht. Köstlich ist Michael Bimingstorfer als Emporkömmling Weinbeißer, der in seiner Selbstverliebtheit gar nicht mitbekommt, wie sein Vermögen verschwindet.

„Blaues Blut“ ist ein durch und durch launiges, unterhaltsames Stück, das wirklich als Empfehlung an andere Theatergruppen weiter gegeben werden kann.

Sie können sich davon noch selbst am Freitag, 07. April, um 19:30 Uhr überzeugen.
http://www.theater-neuzeug.at/home/

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Gräfin Sandhorst – Sabine Hochrathner

Otto Weinbeißer – Michael Bimingstorfer

Maitre Sedlaczek – Michael Noska

Claudia Weinbeißer – Julia Lichtenegger

 

 

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